Muschelsterben am "Waldbad Brandis"

 

Mitte des Sommers 2015, kam es zu einem Massensterben der gemeinen Teichmuschel im „Waldbad Brandis“ , welches inmitten des Naturschutzgebietes "Waldpolenz" liegt

 Zu tausenden trieben sie auf der Wasseroberfläche, ihre leeren Schalen wurden dabei am ganzen Strand des Sees verteilt.
 Wenn die Muscheln sterben, lösen sie sich von ihrer Schale und bleiben vorerst auf dem Grund eines Gewässers liegen. Erst im weiteren Verwesungsprozess steigen die Muscheln zur Wasseroberfläche auf.
 Dieser Prozess war auch Ursache für den übelriechenden Geruch, der sich noch Wochen danach ausbreitete.
 Das es zu einem so zahlreichen Muschelsterben kam, ist nicht ungewöhnlich, denn auch in anderen Regionen zeigt sich dieses Phänomen.
 Allerdings sollte man wissen, dass Muscheln der Familie Unionidae, wie beispielsweise die Große Teichmuschel und die Gemeine Fluss- oder Teichmuschel, durch zunehmende Gewässerverschmutzung gefährdet sind und daher unter Naturschutz stehen.
 Für ein gesundes Ökosystem sind diese Arten sehr wichtig.
 Sie leisten einen großen Beitrag bei der Reinigung von Gewässern, da sie mehrere hundert Liter Wasser pro Tag filtern können. Auch Fische wie der Bitterling profitieren von der Teichmuschel. Sie legen ihre Eier in den Kiemenraum der Muscheln ab, wo sie geschützt ihre Embryonalentwicklung durchmachen und danach die Muschel verlassen.
 Die Ursache des plötzlichen Massensterben im „Waldbad Brandis“ wird unklar bleiben.
 Der sehr trockene Sommer des letzten Jahres und der dadurch entstandene Sauerstoffmangel im Gewässer könnte eine mögliche Ursache dafür gewesen sein.
 Allerdings wäre in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit groß gewesen, dass auch andere Tierarten, wie Fische oder Krebse verendet wären – dies war jedoch nicht der Fall.
 So könnte auch ein verschmutzter, übersäuerter Gewässerboden durch Umweltgifte oder übermäßiges „Anfüttern“ von Fischen, durch Angler eine mögliche Ursache gewesen sein. 

Der regionale Anglerverband leistete jedoch einen großen Betrag, bei der Reinigung des Gewässers und der Entsorgung der Muschelkadaver. 

 

 

Autor: Jens Hörig 

August 2015